Der Hersteller des Trägersystems MAJA (Bormatec/Borjet Aeromodels) hat uns für weitere Tests einen neuen Tragflächensatz zugesandt. Nachdem nun langsam der Sommer Einzug gehalten hat, möchten wir im zweiten Teil des Maja Testberichts auf die Neuerungen und Verbesserungen der Tragflächen eingehen. Beim Auspacken der neuen Tragflächen fallen die Verbesserungen im Detail auf.
Die Tragfläche wird nun komplett von einem durchgängigen Kabelschacht durchzogen. Dieser ist 40mm breit und 15mm tief. Mit der neuen Version ist es problemlos möglich, sämtliche Kabel problemlos im Flügel zu verstauen. Ein Auftrennen der Tragflächenunterseite mit einem Cuttermesser ist nicht mehr nötig. Es ist nun auch für Beleuchtungssysteme oder Messsensoren außerhalb des Rumpfs genug Platz.
Innen liegende Tragflächenholme
Im Vergleich zur alten Fläche sind die Tragflächenholme nun von Außen nicht mehr zu sehen. Diese sind nun um 45 Grad gedreht, rautenförmig in den Tragflügel eingearbeitet, fest verschlossen und bieten so zusätzliche Stabilität. Die höhere Festigkeit ist schon beim Zusammenbau deutlich spürbar. Ein Nachteil ergibt sich allerdings: Sollten die Tragflächenholme durch eine zu harte Landung einmal verbiegen, so ist der vormals unkomplizierte Austausch durch neue Alu-Vierkantprofile aus dem Baumarkt komplizierter zu bewerkstelligen, da man hierfür nun die Tragfläche öffnen muss. Die MAJA hält aber einiges aus und so braucht es schon sehr viel Unglück, damit sich die Holme verbiegen.
Tragflächenverschluss
Bereits beim MAJA Testbericht bemängelten wir, dass die Tragflächenverriegelung sehr unsicher erscheint. Hier hat der Hersteller nun erheblich nachgebessert. Die Tragfläche besitzt nun dieselbe Verschlusstechnik aus Duro/Coroplast Material die auch schon beim MAJA-Rumpf angewendet wurde. In der Praxis hat sich diese Verschlussmethode nach etlichen Flügen bewährt. Man braucht hier also keine Zweifel mehr hegen, dass sich die Tragflächen in der Luft lösen.
Neues Tragflächenprofil
Die MAJA hat nun ein neues Tragflächenprofil erhalten. Es handelt sich um ein modifiziertes NACA 2412 Profil, welches die Flugeigenschaften im Langsamflug erheblich verbessern soll.
Wer beide Profile miteinander vergleicht, kann nur bei genauem Hinsehen erkennen, welche Unterschiede sich an der Wölbung ergeben. Ganz gespannt waren wir auf die neuen Flugeigenschaften und bewerkstelligten einen ersten Testflug auf dem Fluggelände. Den ersten Flug führten wir noch mit den alten Tragflächen durch und analysierten das Flugverhalten der Maja sowie die resultierenden Flugzeiten ohne Segelflugpassagen bis kurz vor der Landung. Das Abfluggewicht betrug aufballastiert genau 3kg. Hier kam die alte Tragfläche auf ca. 18 Minuten bei ¾ Gas ohne Pausen. Beim Landeanflug loggten wir mit einem Datenlogger am Boden die Mindestgeschwindigkeit vor dem Strömungsabriss. Der Strömungsabriss erfolgt bei der Version 1 bei etwa 25km/h. Ab 30km/h zeigte sich die MAJA deutlich zappelig. Aus Toleranzgründen führten wir einen zweiten Kontrollfug durch und verglichen danach die Messwerte. Diese stimmten überein.
Den dritten Testflug führten wir mit den neuen Tragflächen (Version 2) durch und analysierten ebenfalls das Flugverhalten der Maja sowie die resultierenden Flugzeiten ohne Segelflugpassagen bis kurz vor der Landung.
Das Abfluggewicht betrug aufballastiert genau 3kg. Hier kam die neue Tragfläche auf nur noch ca. 15 Minuten bei ¾ Gas ohne Pausen. Beim Landeanflug loggten wir mit einem Datenlogger am Boden die Mindestgeschwindigkeit vor dem Strömungsabriss, welche bei 17km/h erfolgte. Ab 22-25km/h zeigte sich die Maja deutlich zappelig. Aus Toleranzgründen führten wir einen zweiten Kontrollflug durch und verglichen danach die Messwerte. Diese stimmten wieder überein.
Es zeigt sich also eine deutlich spürbare Verbesserung der Langsamflugeigenschaften, jedoch mussten wir hierfür eine minimale Flugzeitverminderung in Kauf nehmen. Diese ist aber im normalen Alltagsflug nicht wirklich wahrnehmbar, da unsere Messungen unter ständigen Extrembelastungen durchgeführt wurden. Alles in allem können diese Werte aber von Antriebssetup zu Antriebssetup variieren.
Schematische Darstellung des Testablaufs
Wir verwendeten das selbe Setup wie schon in Teil 1 des Testberichts.
Motor: Himax 3516- 1130
Regler: Simprop Magic Speed 42
Lipo: 2x 3s – 2450mAh parallel
Luftschraube: 10×6 Aeronaut Cam Carbon
Gleitleistung im Segelflug und Gesamtperformance
Die Gleitleistungen der MAJA im Segelflug, sprich ohne Motorkraft, sind mit den neuen Tragflächen spürbar besser geworden. Das Modell verliert nun deutlich langsamer seine Ausgangshöhe und macht auch die Einteilung des Landeanflugs einfacher und unkomplizierter. Desweiteren profitiert die Gleitleistung in ihrer Gesamtheit von den nun besseren Flugeigenschaften im Langsamflug.
Fazit
Der neue Tragflächensatz kann mit seinen Neuerungen und Verbesserungen überzeugen, jedoch ist mit einer minimalen Flugzeitverkürzung zu rechnen. Diese fallen aber im Alltag kaum ins Gewicht, da die Gleitleistung der Maja deutlich besser geworden ist. Die Stabilität hat sich erneut verbessert, die Tragflächenverriegelung verrichtet auch bei etwas wilderem Flugstil ihren Dienst zuverlässig. Die Firma Bormatec verbessert ihr Modellkonzept stetig und überzeugt auf ganzer Linie.
Wertung
Pro
++ verbesserte Langsamflugeigenschaften
++ verbesserte Stabilität des Tragflügels durch rauten-förmige Anordnung der Aluminiumholme
+++ neue Tragflächenverriegelung
+++ Durchgängiger Kabelschacht innerhalb der Fläche
Kontra
– geringfügige Verminderung der Flugzeiten
– Aluminiumprofile nicht mehr leicht austauschbar
Ergebnis: Gut
Weitere Information zu diesem Produkt
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- Bormatec MAJA Testbericht – Deutsch
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Tags: Borjet, Borjet Maja, Bormatec MAJA, FPV, Immersionsflug, MAJA, MAJA RC, UAV






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