Die neue FlyCamOne 3 von ACME (The Gaming Company) wurde der FPV-Community von der Firma Skyandcamerafly.de zur Verfügung gestellt. Hiermit bedanken wir uns für das Testequipment.
Ein Testbericht von Sibi
Verpackung und Inhalt
Die FCO3 kommt in zwei sehr schicken Verpackungen an. Alles ist recht kompakt verstaut und macht einen guten Eindruck. Als Leihgabe erhalten wir:
- Ein Sender-Set mit Befestigungsclips für ein Fluggerät, dazu eine montierte 0dBi Antenne. Es ist eine Batterie vorhanden, welche über USB geladen wird sowie eine Batterieblende.
- Ein Receiver-Set mit Befestigungsclips, dazu eine montierte 0dBi Antenne und eine Batterie. Desweiteren liegt ein 2″ Bildschirm bei, welcher optional an der Receiver-Einheit befestigt werden kann. Falls dies nicht gewünscht wird, kann die mitgelieferte Blende befestigt werden, anstatt dem 2″ Display.
Produkt, Verarbeitung und Bedienungsanleitung
Die beiden Produkte (Videosender (Tx) und Videoempfänger (Rx)) scheinen auf den ersten Blick gut verarbeitet zu sein. Doch der Teufel steckt im Detail: Die Spaltmasse an den Blendenteilen (Receiver und 2″ Display) haben hier und da kleine Abweichungen. An dem Sender dient das „O” der FCO3 als Knopf für die Bewegungsrichtung der Pan/Tilt-Einheit. Hierbei wurde das „O” in vier Schaltflächen unterteilt welche die Richtungsbewegung festlegen. Nur sind bei unserem Testprodukt keine der vier Schaltflächen auf gleichem Abstand zum Gehäuse, was das „O” etwas schief im Gegensatz zum Gehäuse erscheinen lässt. Ansonsten ist die Verarbeitungsqualität gut bis befriedigend.
Die Bedienungsanleitungen von Sender- und Empfänger-Einheit glänzen mit Mehrsprachigkeit. Jedoch vermisse ich hier und da eine technische Dokumentation zu den beiden Produkten. Es wird erklärt, welcher Schalter welche Funktion ausübt, aber z.B. über die Frequenzen des 2,4GHz Videodownlinks wird leider nichts geschrieben. Desweiteren wird nicht klar, ob die Einheiten für das Laden des Lipo-Akkus einen Balancer integriert haben oder nicht. Das mitgelieferte Netzteil erweckt bei mir nicht den Eindruck, dass intern gebalanced wird und nach Erreichen der Ladeabschlussspannung abgeschaltet wird.
Die Receiver-Einheit
Die Receiver-Einheit der FCO3 verfügt über einen abnehmbaren 2″ TFT Bildschirm, einen vergoldeten SMA Konnektor, eine 3.5mm 3-polige Klinkenbuchse für Video-Out sowie eine Lautstärkenregelung. Nachdem man den 2″ TFT Bildschirm abgenommen hat, erhält man Zugang zu der 2,4Ghz Kanalbelegung, welche über 4 ultra mini DIP-Schalter gesteuert werden. Mir persönlich sind diese Kanalschalter zu klein, ein Umlegen war nur mit einem Zahnstocher möglich.
Die mitgelieferte Antenne kenne ich von verschiedenen Videodownlinks, welche ich in der Vergangenheit getestet habe. Diese Antenne würde ich abschrauben und sofort aussortieren, denn sie taugt absolut nichts. Ich kann schon einmal vorwegnehmen, dass es mit anderen 0 – 2dBi Antennen besser geht, als mit den mitgelieferten Antennen. Desweiteren sind die mitgelieferten Antennen starr im 90° Winkel und können schlecht ausgerichtet werden, sind dafür aber drehbar auf einer Achse. Wie wir FPV-Flieger wissen, spielt die Ausrichtung von den Antennen zwischen Tx und Rx eine ziemlich große Rolle. Mit diesen Antennen sind auf jeden Fall keine enormen Reichweiten zu erwarten.
Kommen wir nun zum Video-Out: Nach etlichen Versuchen habe ich herausgefunden, dass es sich um einen 3-poligen 3.5mm Klinkenstecker für das Video-Out handelt. Also galt es zunächst einmal, die Receiver Einheit mittels 3.5mm Klinke auf Chinch an den Fernseher anzuschließen. Siehe da, nach drei Versuchen hatte ich ein Bild.
Das Bild war jedoch etwas gestreckt, sodass die OSD Anzeige über Batteriestatus am oberen Bildrand etwas abgeschnitten war. Danach kam ich auf die Idee meinen Fernseher durch die verschiedenen Anzeigemodi (PAL, NTSC) zu schalten. Bei NTSC wurde das Bild korrekt dargestellt!
Es scheint so, dass der Receiver nur NTSC Output macht, was für ein europäisches Produkt natürlich nicht optimal ist. Eine Umschaltmöglichkeit im Menü der FCO3 auf PAL ist nicht auffindbar.
Nun ging es darum, den Receiver mit meinem Sony MiniDV Camcorder zu verbinden, zwecks Aufnahme eines Flugvideos. Mein Camcorder spuckte jedoch von dem FCO3-Receiver kein Bild aus. Das 3-polige Klinke-auf-Klinke-Kabel war in Ordnung. Jedoch wollte einfach kein Signal rüberkommen. Ich befürchte, das ACME oder Sony sich nicht an den Standard für die Steckerbelegung beim Video-Out gehalten hat. Zumindest hat die FCO3 nicht dieselbe Belegung wie mein Sony Camcorder. Eine Videoaufzeichung ist nur auf Micro-SD-Karte im Kameramodul möglich.
Anstelle eines Aufnahmegerätes kann in Zukunft eine Videobrille der Firma ACME am Video-Out des FCO3 Receivers eingesetzt werden. Hierbei soll ein integrierter Headtracker in der Brille über die Fernsteuerung die Kopfbewegungen des Piloten an den Sender und die Pan/Tilt-Einheit übertragen. Wie dies genau geschehen soll, wird allerdings aus der Bedienungsanleitung nicht klar.
Die Sender-Einheit
Die Sender-Einheit verfügt über ein abnehmbares 2,4GHz Sendemodul, welches durch eine leichte Blende ersetzt werden kann. Auch bei der Sende-Einheit finden wir einen vergoldeten SMA Konnektor mit derselben schlechten Antenne wie bei der Receiver-Einheit. Desweiteren ist hier die Pan/Tilt Einheit mit der Kamera verbaut. Die Linse ist nicht abnehmbar und somit ein fester Bestandteil der Kamera, schade! Ein kleines monochromes Display am Rande der FCO3 gibt Aufschluss in welchen Modus das Gerät geschaltet ist. Es stehen folgende Modi zur Verfügung:
• Video recording (REC) – 28fps bei 640X480
• Video endlos (LOP)
• Foto REC – 100kb Fotos bei 640×480
• Foto endlos
• Observation – Bewegungsmelder triggert die Kamera, welche für 10sek aufnimmt
• Observation LOP – wie oben nur das die Kamera endlos aufnimmt
• Audio recording – Nimmt Sound auf
• Abspielen PLY
• PC – Auslesen der Daten am PC über USB
• Web Cam Modus – mittels Treiber die FCO3 zur Webcam machen
Hat man beide Einheiten zur Verfügung kann das 2″ TFT Display auch an die Sender-Einheit angesteckt werden (gutes Feature!), falls man die FCO3 als Kamera benutzen oder sich die Videos/Fotos gleich ansehen möchte, welche zuvor auf Micro-SD-Karte aufgenommen wurden.
Kommen wir nun zur Pan/Tilt-Einheit: Diese lässt sich wie bereits angesprochen mit dem „O” des FCO3 Logos steuern. Die Bewegungen fallen sehr ruckartig aus. Desweiteren ist das Pan/Tilt kein richtiges Pan/Tilt, wie wir es beispielsweise aus dem FPV-Flug kennen.
Mit dem Pan/Tilt von der FCO3 kann man nicht nach schräg rechts oder links oben und unten schauen. Ein kleines Video verdeutlicht diesen Sachverhalt:
Der CMOS-Kamerachip, welcher in der FCO3 verbaut ist, enttäuscht sehr. Die Bilder sehen verwaschen und unscharf aus, vor allem wenn man diese am PC oder Fernseher betrachtet. Im 2″ TFT-Bildschirm des Empfängers ist das Bild annehmbar. Aber für einen FPV Flug oder Luftaufnahmen eher unbrauchbar, da zu klein. Wenn ich zurückdenke an meine erste FPV Kamera (KX-131), so hatte diese ein wesentlich besseres Bild geliefert als die FCO in der dritten Generation. Desweiteren sieht man bei schnellen Helligkeitsübergängen wie die Blende regelt, erkennbar indem das Bild heller oder dunkler wird ohne dass die Übergänge weich sind. Weiterführend ist mir aufgefallen das bei starken Vibrationen (nicht ausgewuchteter Propeller) das Bild anfängt etwas zu schwimmen. Dies ist ein typisches CMOS-Chip-Problem, was bei den neuen CMOS-Chips nicht mehr der Fall ist. Ich vermute, dass hier ein Rolling Shutter verbaut wurde, was für FPV oder RC-Modellflug fatal ist.
Auch die Linse, welche fest in die Kamera integriert ist, macht einen sehr minderwertigen Eindruck und kann leider nicht gegen eine bessere Linse gewechselt werden. Mittlerweile gibt es Mini-SD-Kameras, welche die FCO3 bei einem geringeren Preis locker in der Bildqualität überbieten. Vielleicht lässt sich die FCO3 mit Firmware-Updates später etwas verbessern, umso eine bessere Bildqualität heraus zu erhalten, jedoch ist dies:
a) nur eine Vermutung von mir.
b) man immer an die Hardware gebunden ist und wenn die nicht mehr leistet, so kann das auch keine Software erreichen.
Versuchsaufbau mit dem Multiplex Easy-Star
Die Sende-Einheit der FCO3 hat mit Klett an meinem Easy-Star-Flügel Platz gefunden. Die Montage wurde vor dem Flug noch mit etwas Tape gefestigt, da ich die Leihgabe während des Fluges nicht verlieren wollte. Anders als bei meinem Camcorder hat meine Videobrille das Videosignal problemlos angenommen und so konnte der Testflug mit Videobrille starten.
Der Testflug
Bei dem Testflug hatte ich am Anfang die mitgelieferten Antennen an Sende- und Empfänger-Einheit belassen, um zu schauen, wie die Reichweite mit dem Standardequipment ist. Nach gemessenen 100 Metern (Analyse durch Google Earth) kam dann der erste Aussetzer gefolgt von weißem Rauschen. Also cool bleiben und eine Kurve fliegen, so langsam kam das Bild wieder, ich konnte mich orientieren und zurückfliegen. Also flog ich so im Umkreis von 100m um mich herum. Nach 5 Minuten bin ich dann gelandet und habe eine 2dBi Omni Antenne an der Empfänger-Einheit angebracht. Mit dieser ging es dann besser, etwa 50m mehr, aber nicht wirklich ein tolles Erlebnis wie ich es sonst mit meinem FPV-Übertragungssystem habe.
Mit einer Patch-Antenne an der Empfänger-Einheit wäre es dann wahrscheinlich noch weiter gegangen. Jedoch haben mir die Ergebnisse gelangt. Leider hat das Videobild der FCO3 Kamera den Flugspaß etwas getrübt.
Ein durchaus negativer Punkt ist das OSD-Menü welches während des ganzen Fluges nicht abschaltbar ist. Die Batterieanzeige und die Aufnahmezeit werden immer eingeblendet. Das Live-Videobild war ruckelig. Es kam mir so vor, dass Frames/Bilder verloren gehen und nicht 24 Bilder pro Sekunde unten ankommen.
Fazit
Die Firma ACME hätte mit der FCO3 ein gutes Produkt auf den Markt gebracht, wenn da nicht die minderwertige Kamera wäre. Es wird deutlich, dass sich die Firma mit ihren Entwicklern wirklich gute Gedanken über das Produkt gemacht hat, denn es enthält einige gute Ideen und Ansätze. Jedoch ist es mir unerklärlich, warum es keine signifikante Steigerung in der Bildausbeute zu der FCO II gab. Neben der schlechten Bildausbeute, schwimmt das Bild auch wie bei den Vorgängermodellen bei starken Vibrationen durch den Propeller. Das Bild ist schwammig und verwaschen und sieht in der Ferne wie ein gemaltes Ölbild aus. Mit der FCO3 bekommt man zwar einen Eindruck vom Flug, aber es ist fern ab von sehr guter Videoqualität und eignet sich kaum für schöne Impressionen vom Flug für einen gemütlichen Fernsehabend. Da die Kamera quasi das Herzstück bei einem solchen System ist und diese im Test so schlecht abschneidet, muss man sich nach seinen eigenen Ansprüchen entscheiden. Hoffentlich in der nächsten Generation, falls der Mangel an der Kamera behoben wurde. Schade, dass es ACME nach in der 3. Generation immer noch nicht geschafft hat, ein gutes System auf den Markt zu bringen.
Ansonsten, ein gutes Produkt mit vielen Features. Dass die Empfänger-Einheit nicht mit meinem Sony Camcorder zusammen arbeiten wollte, kann ich ACME nicht anlasten, da ich schon des Öfteren gesehen habe, dass jede Firma irgendeinen Standard bei 3-poligen Videosteckern verwendet.
Weiterführend empfand ich die Position der Senderantenne etwas unglücklich. Hier wäre es sinnvoller, diese in der Nähe der Kamera zu Positionieren. Mit der jetzigen Position der Antenne kann man sich aber arrangieren.
Die Videoreichweite ist ausreichend, nicht super, aber mit besseren Antennen an der Empfängerseite durchaus ausbaufähig. Das System wird aber nach meiner Einschätzung nicht mit etablierten Videoübertragungsystemen der FPV-Szene konkurrieren können.
Das Pan/Tilt an der Sende-Einheit sollte auch in Zukunft überarbeitet werden. Die Bewegungen sind nicht gleitend und es fehlt an Bewegungsfreiheit. Vielleicht wäre es sinnvoll in Zukunft auf Servos zu setzen, die dann auch 360° im Pan schaffen, was im FPV Flug eine Seltenheit darstellt.
Schön und gut,
aber leider funktioniert dieses Übertragungssystem nur dann zuverlässig, wenn kein Futaba2.4GHz Sender im Umkreis von 500m betrieben wird.
Ist ein Futaba FASST Sender in Betrieb sind starke Störstreifen im Bild zu sehen.
Ein Mitarbeiter der Fa. Flycam kennt das Problem und hat mir empfohlen, an meiner Fernsteuerung den French Mode einzustellen und am Sender-Empfängerset den Kanal 4 zu verwenden. Dies hat soweit funktioniert, aber ich kann meinen Vereinskollegen nicht vorschreiben diesen Mode einzustellen.
Die Störungen treten bei Spectrum- Sendern nicht auf, was aber kein Trost sein kann, da mehrheitlich Futaba-Systeme bei uns verwendet werden.
Ich hoffe daß man sich bei Flycam etwas einfallen lässt, ansonsten taugt die Sendeeinheit nur für RAKETENMODELLE.
Gruß
Peter Schreiber
Hallo Peter!
Du hast Recht, es gibt Störungen im Videobild bei Verwendung von 2,4GHz Funkanlagen (auch WLAN, Bluetooth usw.).
Dieses “Problem” ist in der FPV-Szene bekannt, weshalb die meisten FPV Piloten ihr Modell auf 35MHz steuern oder neuerdings auf die 5,8GHz Frequenz ausweichen.
Auch im France-Mod wirst du nicht den gewünschten Erfolg haben, schau doch bitte mal hier:
http://www.fpv-community.de/comm/forum/showthread.php?tid=491
Ich muss das noch fertig formatieren, da wir die Knowledge Base ins Forum intergrieren.
Ich hoffe, das hat deine Frage beantwortet. Alternativ wäre für dich folgendes Produkt interessant: http://fpv-community.de/comm/forum/showthread.php?tid=602
Beste Grüße
Heiko