Ungewöhnlich bunt kommt sie aus der Packung, die OSC Cam mit ihren grünen, roten und blauen Tastern auf der Rückseite. Im Metallgehäuse macht sie einen sehr soliden Eindruck und sowohl Stecker, als auch die Befestigungsschraube für das Objektiv bestärken den guten Ersteindruck.

Einstellungsmöglichkeiten
Die Taster auf der Rückseite sind recht klein und hinterlassen kein besonders gutes Druckgefühl. Dafür besteht ohne Zusatzmittel überall die Möglichkeit sämtliche Einstellungen der Cam zu ändern, was auf dem Flugfeld durchaus ein Vorteil ist. Um die Einstellungen spontan ändern zu können, sollte die Cam so befestigt sein, dass man auch an die Knöpfe auf der Rückseite gut dran kommt.
Das Einstellungsmenü wird in das Kamerabild eingeblendet, was einerseits die gemachten Einstellungen sofort sichtbar macht, aber andererseits ist die Gelbe Hervorhebung bei weißer Grundschrift nicht bei jedem Hintergrund besonders gut zu erkennen ist. Hier hätte der Hersteller noch einen Pfeil als Cursor hinzufügen können. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase kommt man aber mit der Bedienung einigermassen zurecht.

Hat man sich bei den Parametern komplett verstellt, gibt es eine Reset-Möglichkeit. Nutzt man die, sollte man sich zuvor mit der Spracheinstellung vertraut gemacht haben um wieder eine englische Menüführung zu erhalten. Alternativ kann man sich natürlich die Menüs auch in der mitgelieferten Anleitung noch mal ansehen um zu den Spracheinstellungen zu kommen.
Hardware
Die Cam ist durch das Gehäuse stabil, aber auch relativ schwer. Zum Befestigen am Flugmodell wird ein Bügel und Schrauben mitgeliefert, was sehr praktisch ist. Leider waren bei meiner Cam die Schrauben nur recht schwer zu befestigen. Das lag vermutlich an etwas zu viel Lack am Gehäuse der Cam um die Befestigungslöcher und einer nicht ganz so präzisen Fertigung. Sehr gut ist das Kabel mit der Spannungsversorgung inklusive Audio- und Videosignal. Alle Einzeladern sind in den üblichen Farben kodiert, also Schwarz für Masse, Rot für ‘+’, Gelb für Video und Weiß für Audio.
In der Cam ist ein Mikrofon eingebaut was hilfreich sein kann, wenn die Flugmodellelektronik akustische Signal z.B. für die Akkuwarnung von sich gibt. Daneben können auch Motor- und Windgeräusche mitverfolgt werden, was unter Umständen die Situation “an Bord” besser mitverfolgen lässt.
Über 12 V +/- 10% wird die Cam mit etwa 100 mA versorgt und sollte wegen der “geringen” Spannungstoleranz sowie Störungen nicht direkt am Flugakku hängen. Besser ist es eine entstörte, konstante Versorgung wie z.B. durch eine entsprechende Elektronik, oder einem extra Akku zu verwenden.
Bildqualität
Zur Bildqualität lässt sich nur bedingt etwas sagen, da extrem viele Einstellmöglichkeiten vorhanden sind. Mit den voreingestellten Parametern ist die Qualität sehr ordentlich. Je nach Umgebung und Anwendungsfall können die Parameter optimiert werden. Beispielsweise kann es bei schnellen Flügen um Hindernisse mit ebenso schnellen hell-dunkel Phasen besser sein den Shutter auf einen festen Wert zu setzen. Dagegen möchte man die Shutter Automatik beim entspannten Segeln in größerer Höhe nicht missen.
Anmerkungen zum Video
Das Video gibt leider nicht die volle Qualität der Cam wieder, da mein Aufnahmegerät zu den Günstigeren gehärt. Um einen Eindruck von der Cam und deren Dynamik zu bekommen, wurden Aufnahmen in Unterschiedlichen Situationen gemacht.
- Szene 1: Ohne Funkübertragung direkter Blick aus dem Fenster bei sonnigem Wetter
- Szene 2: Flug bei Sonneschein mit ungünstigen Einstellungen
- Szene 3: Flug bei komplett bedecktem Himmel
- Szene 4: Flug bei leichter Bewölkung mit “BackLightCompensation” (BLC) auf dem kompletten Bildbereich
- Szene 5: Flug bei Sonnenschein mit BLC auf die untere Bildhälfte
- Szene 6: Flug bei teilweiser Bewölkung mit BLC auf unterer Bildhälfte, BLC Wert auf 2/3, White Balance auf fixed, Mode 4, AGC etwas erhöht
Sicherlich habe ich bei meinen Tests noch nicht das Optimum herausgeholt, aber ich denke es gibt einen gewissen Eindruck vom Potential der Cam.
Fazit
Die GF-OSC 420TVL ist eine sehr feine Cam für fast alle Gelegenheiten. Die Einstellmöglichkeiten sind enorm vielfältig und ermöglichen eine Anpassung an die jeweilige Situation vor Ort.
Leider ist in der englischsprachigen Anleitung lediglich das Menü aufgeführt, aber die Einstellungen werden nicht näher erläutert. Das ist besonders für Einsteiger in die Materie ungünstig, aber mit den Standardeinstellungen und BLC auf das volle Bild ausgedehnt, lassen sich für die meisten Situationen gute Ergebnisse erzielen.
Die Befestigungsmöglichkeit des Bügels dürfte noch etwas präziser gefertigt sein, aber die meisten FPV-Flieger werden vermutlich auf diesen Bügel verzichten und ein Pan/Tilt Pod benutzen.
OSC Cam
+ In Gehäuse mit Befestigungsbügel
+ Durch Gehäuse gut geschützt
+ Viele Einstellmöglichkeiten
+ Ausgeglichenes Bild, keine Übersteuerung
+ Schraube um Objektiv zu fixieren
- Befestigungsschrauben für Bügel gehen schwer
- Relativ hohes Gewicht
- Anleitung listet mehr oder weniger nur Menü auf, ohne zu Erklären
- Taster auf der Rückseite geben nur schwer Kontakt
- Menüauswahl / Cursor ist mit gelb nur schlecht von anderer Schrift (weiß) zu unterscheiden.
- Reset setzt auch die Sprache zurück auf etwas anderes als Englisch
Im Vergleich zum Penstick, den es bei Amazon ( http://www.amazon.de/MaryCom-Spion-Kugelschreiber-Camera-Rekorder/dp/B001KI669U/ref=sr_1_4?ie=UTF8&s=miscellaneous&qid=1264206038&sr=8-4) für 36 Euro gibt, und der über eine Stunde aufnimmt ist die Auflösung und Farbechtheit Deines Videos mangelhaft.
Das mag sein, aber es war auch keine Zielsetzung ein möglichst schönes Luftvideo zu machen.
Es geht darum die Eignung der Cam für Flugsteuerung nach Funkvideoübertragung in Echtzeit zu testen. Dafür ist ein Videoausgang notwendig, den die Kugelschreiber-Camera nicht besitzt, ebenso wie andere wesentliche Dinge (Austauschbares Objektiv, Gegenlichtkompensation, ..).
Die Bildqualität am Boden wird neben der Cam auch noch von der Funkstrecke, und dem Anzeige-/Aufnahmegerät beeinflusst sowie durch die notwendige digital-analog-digital Wandlung. Mein Aufnahmegerät ist leider nicht überwältigend, aber das einzige was mir zur Verfügung stand. Zur beurteilung der Cam ist das aber weniger gravierend.
habe diese Kamera auch, hier meine Meinung:
+ sehr gutes Bild
- wackeliger Stecker (kann sich im Flug lösen, hab ihn eingeklebt)
- der Bügel eigenet sich nicht zur Befestigung, da die Schrauben nach mehrmaliger Benutzung ausleiern (ist bei fast allen kleinen Kameras so). ich klemm die Kamera mit einem Gummi in eine Aussparung fest.
ich hab die 480′er Variante, beide sind aber wohl fast identisch.
/sebastian