Gleich beim Auspacken fällt die geringe Größe des Videoempfängers und das professionell wirkende Gehäuse des Videosenders auf. Bislang habe ich den silbernen “Standard”-Empfänger sowie Sender verwendet und war auch recht zufrieden damit, aber zumindest mein kleiner verwendeter Sender wirkt doch weniger professionell im Vergleich zu dem neuen System.

Der Videoempfänger
Etwas kurios muten die zwei Audioausgänge beim Empfänger an, da der Videosender lediglich einen Anschluss für Mono hat, aber das soll nicht weiter stören. Dafür sind auf der Unterseite vorbildlich Öffnungen ausgespart um den Empfänger gut an z.B. einer Bodenstation befestigen zu können. Der Antenneneingang ist als Buchse ausgeführt (SMA-RP) was beim Antennenkauf berücksichtigt werden sollte.

Natürlich gibt es auch Adapter um jede handelsübliche Antenne anschliessen zu können. Leider hat der Empfänger keinen An- und Ausschalter, aber dafür merkt sich das Gerät den letztgewählten Kanal, was eine sehr angenehme Eigenschaft ist. Der Taster zur Kanalwahl hat einen spürbaren Druckpunkt. Der Ausgewählte Kanal wird, wie auch bei anderen Empfängern, durch eine von vier LEDs angezeigt. Ein großes Fragezeichen erscheint über meinem Haupt, als ich die Buchse für einen Klinkenstecker sehe. Eine Anfrage beim Händler ergab, dass dieser Anschluss wohl zur “Fernsteuerung” für die Kanalwahl vorgesehen ist.

Der Empfänger wird über 12 V gespeist und verbraucht laut Aufdruck 500 mA. Der Versorgungsanschluss ist identisch zu dem des silbernen Empfängers. Sehr praktisch ist, dass es auch ein 12V Ausgang gibt an dem sich weitere Geräte anschliessen lassen.
Der Videosender
Der Videosender ist etwas größer und schwerer als mein bisheriger, was sicher auf das Gehäuse und den Antennenanschluss mit der dazugehörigen Antenne zurückzuführen ist. Für ausreichend großes Fluggerät kein Problem, aber bei meinem kleinen Quadrocopter durchaus nicht unwesentlich. Sehr angenehm fällt auf, dass für Versorgungsspannung, Video- und Audiosignal jeweils ein Massekabel vorhanden ist. Der Sendekanal kann bequem per Kippschalter eingestellt werden, so kann bei einem FPV Treffen schnell auf einen anderen Kanal gewechselt werden, falls der Kollege gerade den gleichen benutzt. Für die Kanalwahl gibt es vier Kippschalter von denen nur die ersten zwei für die vier zur Verfügung stehenden Kanäle benötigt werden. Der Antennenanschluss ist wie beim Empfänger als Buchse ausgeführt, was das Auswechseln gegen anderer Antennen sehr einfach macht. Allerdings gilt es hierbei zu beachten, dass in Deutschland an einem 2,4 GHz Videosender nicht ohne weiteres eine andere Antenne angebracht werden darf, da dadurch Grenzwerte überschritten werden könnten.
Der Sender benötigt 9-12 V bei 50 mA. Generell sollten Videosender nicht direkt am Flugakku betrieben werden, da hier mit starken Schwankungen und Störungen zu rechnen ist. Besser ist es eine entstörte, konstante Versorgung wie z.B. durch eine entsprechende Elektronik, oder einem extra Akku zu verwenden.
Die Videoübertragung
Sehr schnell hinterlässt das Gespann einen äußerst positiven Eindruck, denn die Empfangsqualität und Reichweite verbessern sich gegenüber meiner bisherigen Lösung spürbar. Entfernungen, für die vorher bereits eine “bessere” Antenne (Yagi, ca. 9 dBi) am Empfänger notwendig war, können leicht mit der mitgelieferten kurzen Stabantenne zurückgelegt werden. Allerdings geht der Signalverlust bei dem HighEnd-Set deutlich schneller und kündigt sich nicht so lange vorher an. Das gilt es besonders zu beachten wenn man andere Lösungen gewohnt ist.

Etwas schade, dass die Sender-/Empfängerkombination nicht wirklich kompatibel zu bisherigen Systemen ist. Andererseits ist es aber auch verständlich, dass ein solches mehr an Leistung nur durch Optimierung der Technik auf beiden Seiten möglich ist.
Das Testvideo
Zur Videoqualität muss gleich dazugesagt werden, dass der mir zur Verfügung stehende Recorder qualitativ nur recht bescheidene Ergebnisse liefert. Ausserdem war gab es an dem Tag nur eine geschlossene Wolkendecke. Dennoch sollte es zur Veranschaulichung der Videoübertragung ausreichen.
Am Anfang sieht man den Testaufbau für den Bodentest. Ich habe dabei eine gängige Video RX/TX Kombination mit dem jetzigen HighEnd System verglichen. Dazu wurde bei beiden Empfängern die Antenne entfernt und über einen Adapter (SMA-RP auf SMA) wurde beim HighEnd System der Antennenanschluss auf “Buchse” umgestellt. Man erkennt im Video sehr gut, dass mit dem neuen System locker die doppelte Entfernung zurückgelegt werden konnte. Beim anschliessenden Flug über das Gelände wurden nur die beiliegenden, kurzen Antennen verwendet. Die größte Entfernung war etwa 300m. Sämtliche Störungen im Flug lassen sich dadurch erklären, dass der Quadrocopter einen seiner Metallausleger inkl. Motor in der Funkstrecke hatte, oder eine dichte Baumgruppe das Signal unterbrochen hatte.
Zum Vergleich kann ein Video von meinem bisherigen “normalen” Übertragungssystem genommen werden, bei dem im selben Gebiet mit fast identischen Quadrocopter ein ganz ähnlicher Flug unternommen wurde. Das Video ist vor ein paar Monaten entstanden:
Fazit
Das HighEnd Videoübertragungssystem ist sehr empfehlenswert zumal sich die etwas höheren Kosten der Sender/Empfänger Kombination fast bescheiden ausnehmen im Vergleich zum Leistungsplus. Mit einem Flugmodell aus Holz oder EPP und viel Abstand zur Bordelektronik bzw. -elektrik lassen sich sicherlich noch deutlich bessere Ergebnisse erzielen als bei meinem Test. Ist man die bisherigen Systeme gewohnt, sollte man sich aber an die Grenzen vorsichtiger herantasten, da sich die Signalschwächung nicht so allmählich wie bei anderen Systemen ankündigt.
Empfänger
+ Befestigungsmöglichkeit an z.B. Bodenstation
+ Merkt sich Kanal
+ 12 V Ausgang
- Kein An-/Ausschalter
- Antennenanschluss relativ weit unten
Sender
+ GND für jede Leitung
+ SMA Anschluss für Antenne
+ Kanal per Schalter wählbar
+ Gehäuse und Montagebügel
- Etwas höheres Gewicht
Bezugsquelle: Globe Flight